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Banking Programme für Mac im Test – iFinance gegen MoneyMoney

Banking Programme für Mac – MoneyMoney vs. iFinance im Test

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Banking Programme für Mac im Test: Bankgeschäfte online erledigen ist mittlerweile üblich. Wer mehrere Konten hat und sowohl Ordnung bewahren als auch den Überblick behalten möchte sollte sich ein Banking Programm für seinen Mac zulegen. Wir testen 2 beliebte Apps aus dieser Kategorie, iFinance und MoneyMoney, im Geschäftsalltag.

Wie wir die Banking Programme für Mac getestet haben

Die getesteten Banking Programme für Mac mussten folgende Funktionen zeigen:

Außerdem interessierten uns weitere Funktionen der Banking Programme für Mac, wie z.B. die Trennung des privaten vom geschäftlichen Bereich erfolgen kann, wie das Zusammenspiel mit anderen Programmen wie z.B. Rechnungs- oder Buchhaltungs-Software abläuft und welchen weiteren Funktionsumfang die macOS Banking-Programme noch so mitbringen.

Dazu haben wir teilweise die Demokonten der Hersteller verwendet und teilweise reale Konten ausprobiert. Für die Überweisungen mussten wir auch etwas Geld bewegen. Der Testzeitraum betrug knapp 2 Monate, daher sollte der Test ein gutes Bild des Alltags wiedergeben. Wir hoffen damit einen fairen und intensiven Einblick geben zu können. Ganz Eilige können aber natürlich auch direkt zur Kaufempfehlung springen.

Unterstützung von verschiedenen Banken durch die beiden Banking Programme für Mac

Was nützt die beste Banking-App, wenn die eigene Bank nicht mitmacht? Richtig: nichts. Der erste Blick geht daher auf die unterstützten Programme. Da sowohl Banken als auch App-Entwickler im steten Fluss der Änderung waten, kann das natürlich eine Momentaufnahme sein.

Aktuelle Informationen zu den jeweils unterstützten Banken finden Sie
für MoneyMoney hier: //moneymoney-app.com/banken/ und
für iFinance hier: //www.syniumsoftware.com/de/support-article/informationen-zum-online-abruf-in-ifinance

Zum Zeitpunkt unseres Tests arbeitete MoneyMoney mit mehr Banken zusammen als iFinance.

Wichtiger noch: Auch Konten bei Banken, die nicht den HBCI-Standard unterstützen aber immerhin einen Online-Zugang bieten, können durch MoneyMoney immerhin eingelesen und abgeglichen werden.

Wir haben das am Beispiel der beliebten Targobank durchgespielt. Nach der Einrichtung lassen sich problemlos alle Stände der Konten und Unterkonten inkl. Kreditkarte herunterladen und in MoneyMoney darstellen. Überweisungen lassen sich mangels HBCI zwar nicht durchführen, dazu muss man wieder im Browser arbeiten. Aber das Herunterladen und auswerten in der App ist schon ein riesiger Fortschritt für Targobank-Anwender.

iFinance erlaubt zwar einen Workaround über den CSV-Import der Kontodaten. Das ist aber mit erheblicher Mehrarbeit und naturgemäß auch mit Fehleranfälligkeit verbunden, weshalb dieser Weg bestenfalls als Notlösung dienen sollte und nicht wirklich alltagstauglich ist.

Zusätzlich lädt MoneyMoney noch bereitgestellte Kontoauszüge in PDF-Form herunter, (darauf kommen wir unten nochmals zu sprechen) bietet also auch die breitere Unterstützung der Online-Angebote der angebundenen Banken an.

MoneyMoney kann auch mit besonderen Konten wie Paypal umgehen

MoneyMoney kann auch mit besonderen Konten wie Paypal umgehen

Möglichkeiten, auch noch IKEA Family-Karten oder Paypal über die API anzubinden, sind weitere Schmankerl.

Dieser Punkt geht somit klar an MoneyMoney.

Einrichtung und Bedienung Banking-Programme für Mac

Im nächsten Schritt müssen die Zugänge zum Banking eingerichtet werden und die Banking Programme für Mac für die tägliche Arbeit eingerichtet werden.

Einrichtung Online-Anbindung zur Bank

Bei beiden Apps können neue Konten über ein Plus-Symbol links unten im Programmfenster hinzugefügt werden.

iFinance öffnet daraufhin einen Dialog mit einem Formular für verschiedene Angaben. Hat man alles eingegeben stellt man auf dem letzten Reiter „Online-Anbindung“ fest, dass man nur „keine Onlineanbindung“ zur Wahl hat und ist verwirrt. Das ist dem Umstand geschuldet, dass iFinance auch inaktive Konten oder Offline-/Bargeld-Konten unterstützt. Auch wenn dies ein Feature ist, ist die Erwartungshaltung des Nutzers zunächst eine andere.

iFinance trennt zwischen Online-Zugang und Konto…

iFinance trennt zwischen Online-Zugang und Konto…

Der Online-Zugang muss also (am besten vorher) über einen anderen Assistenten eingerichtet werden. Hier wird man schrittweise durchgeführt, wobei es dem Laien schwerfallen dürfte die eine oder andere Frage (HBCI-Version, FID, OFX, Wörter formatieren?) zu beantworten. Die Einrichtung sollte dem durchschnittlichen Anwender, der erstmal „weiter“ klickt, aber trotzdem gelingen.

Danach muss dann jedes Konto bzw. Unterkonto einzeln eingerichtet und manuell mit dem zugehörigen Online-Zugang verknüpft werden.

…daher benötigt iFinance zwei Assistenten zur Einrichtung.

…daher benötigt iFinance zwei Assistenten zur Einrichtung.

Wer frisch ein Konto bei einer Bank eingerichtet hat, wird auch irritierend finden, dass ein neuer Online-Zugang über die Bankleitzahl in iFinance eingerichtet wird. Die wird oft gar nicht mehr separat mitgeteilt, da ohnehin nur noch IBAN gelten.

MoneyMoney geht hier klarer und intuitiver vor. Das Auswählen der Funktion „neues Konto“ führt zu einem Assistenten, der nur die wichtigsten Infos wie IBAN und Zugangsdaten benötigt, um die Anbindung herzustellen. Anschließend werden alle Unterkonten (!) zum Import angeboten und es geht los.

In MoneyMoney ist man in wenigen Schritten mit der Konto-Einrichtung fertig

In MoneyMoney ist man in wenigen Schritten mit der Konto-Einrichtung fertig

Der Punkt für die Einrichtung geht somit auch an MoneyMoney, weil es hier weniger komplex sowie wesentlich komfortabler und schneller vonstattengeht.

Es kündigt sich an dieser Stelle bereits ein wichtiger Unterschied in der Ausrichtung der beiden macOS Banking-Apps an. Während iFinance nicht nur Online-Banking bieten will und darüber etwas komplexer sein muss, kommt MoneyMoney ohne Umwege direkt auf den Punkt. Auch Bargeld-Konten lassen sich verwalten, indem man bei der Kontoeinrichtung unter »Andere« den Eintrag »Bargeld / Offline-Konto« auswählt.*

Benutzeroberfläche und Bedienung der Banking-Programme für Mac

Den Bankings-Apps für Mac ist gemein, dass Sie in einer Seitenleiste des Hauptfensters eine Kontenliste anzeigen. Dort steht jeweils neben dem Kontennamen, der mit einem Symbol versehen ist, der aktuelle Saldo.

Für die Kontenlisten im zentralen Anzeigebereich bieten beide Programme eine Gesamtübersicht an sowie Einzelübersichten der jeweiligen Konten und, bei Gruppierung mehrerer Konten, eine Gruppenübersicht.

Die Gesamtübersicht bei iFinance besteht aus zwei großen Diagrammen zum Kontoverlauf und Ausgaben je Kategorie (dazu später mehr). Daneben werden die jüngsten Buchungen in einer Liste angezeigt.

Gesamtübersicht in iFinance

Gesamtübersicht in iFinance

MoneyMoney interpretiert das Thema Gesamtübersicht als Liste aller Konten mit dem jeweiligen Saldo.

Gesamtübersicht in MoneyMoney

Gesamtübersicht in MoneyMoney

Ansichten der Konten und Buchungslisten

In der Gruppenansicht zeigt iFinance die Buchungen nach Konto sortiert an. Die Ansicht lässt sich erweitert, also mit Details zur Buchung, oder vereinfacht als kleine Liste anzeigen. Oberhalb der Liste sind in einer schmalen Kopfzeile verschiedene Filterfunktionen und die Suche untergebracht.

Eine Gruppe von Konten in der Ansicht von iFinance

Eine Gruppe von Konten in der Ansicht von iFinance

MoneyMoney bietet nur eine Ansicht, die Gruppen- und Einzel-ansicht unterscheidet sich nicht und es gibt auch keine verkürzte Ansicht. Um in der Gruppenansicht das betroffene Konto einer Buchung festzustellen, muss auf die Buchung geklickt werden. Die Kopfzeile enthält das Filtern nach Zeitraum, Betrag und Kategorie. Die Suche ist prominent am oberen linken Rand des Programmfensters als Eingabefeld untergebracht.

Eine Kontoansicht in MoneyMoney

Eine Kontoansicht in MoneyMoney

iFinance verspielt leider seinen Vorteil im Funktionsumfang durch eine völlig überfrachtete Optik. Obwohl die Gruppen-Liste Buchungen nach Konten sortiert anzeigt, sind Buchungen nicht leichter ausfindig zu machen. Eine Vielzahl an Icons, Farbkodierungen und Texten, sowie teilweise schraffierte Hintergründe bei Buchungen verschwimmen zu einem bunten Salat und erschweren die Lesbarkeit.

Die Filter- und Sortierfunktionen in der Kopfzeile der Liste sind sehr eng angeordnet, haben kleine Symbole und unterscheiden teilweise sogar noch, ob man kurz oder lang darauf klickt. Daraus resultiert oft ein versehentliches Verstellen der Ansicht und man findet nicht mehr zum Ausgangsbild zurück.

Die Suchfunktion ist selbst schwer auffindbar, selbst nach einmaligem Auffinden sucht man sie beim nächsten Bedarf erneut, weil man sie an ihrem Stammplatz nicht vermutet.

Negativ fiel ebenfalls auf, dass iFinance einen Anfangsbestand für die Online-Konten berechnet und daraufhin einen Fehler anzeigt, den man manuell beseitigen muss.

Unnötige Fehlermeldung in iFinance

Unnötige Fehlermeldung in iFinance

MoneyMoney täten ein, zwei Ergänzungen in der Ansicht der Kontengruppen zwar ganz gut. Durch das nüchterne, subjektiv empfunden der Natur der Sache besser entsprechende, Erscheinungsbild hat der Anwender aber trotzdem keine Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden. Lediglich an die für die Darstellung der Geldbeträge verwendete Schriftart kann man sich nur schwer gewöhnen.

Die Kontoansicht in MoneyMoney mit eingeblendeter Grafik

Die Kontoansicht in MoneyMoney mit eingeblendeter Grafik

In der Kopfzeile der Liste (unterhalb des Diagramms) wäre noch „Empfänger/Sender“ als Sortierkriterium wünschenswert. Zwar hat man über die Suche schnell alle Buchungen zu einem bestimmten Namen gefunden, aber das ist nicht dasselbe. Wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht, hilft das wenig.

Die Suche in MoneyMoney ist ähnlich iTunes als zentrales Bedienelement angeordnet und jederzeit gut zugänglich.

iFinance bietet zwar mehr Möglichkeiten zur Sortierung und Markierung, offenbart aber leider Schwächen in der Benutzeroberfläche und Bedienung. MoneyMoney ist angenehm klar gegliedert und schnörkellos, lässt sich ohne großes Überlegen bedienen. Ein paar kleinere Kniffe könnte es aber noch vertragen, um hier souveräner zu punkten.

Darstellung einzelner Kontobewegungen

Geldein- oder ausgänge werden in beiden Banking-Programmen für macOS mit den von den Banken übermittelten Informationen dargestellt. Die Anordnung der Informationen ist jeweils vergleichbar mit klassischen Papierkontoauszügen nach dem Schema: Datum, Empfänger, Referenz, Betrag.

Kontoansicht in iFinance. Vorne die kleinere Übersicht

Kontoansicht in iFinance. Vorne die kompaktere Listenansicht, rechts die Buchungsinformation

iFinance stellt in einem separaten Fensterbereich neben der Buchungsliste Zusatzinformationen zu einer ausgewählten Kontobewegung dar. Hier lassen sich Kategorien zuweisen sowie Kommentare, Schlagworte und Medien wie etwa ein eingescannter Kassenzettel hinterlegen.

Die von der Bank übermittelten Angaben wie Empfänger-Name oder Buchungsbezeichnung lassen sich hier ändern.

Warum man zu einem Bankkonto bei einer gebuchten Überweisung hier den Geldbetrag manuell ändern und/oder per Klick aus dem Saldo herausrechnen lassen kann, hat sich im Test dem Autor nicht erschlossen.

Was für Privatleute vielleicht ganz angenehm sein mag, weil sie sich eine eigene Bezeichnung besser merken können als den Buchungstext der Bank, könnte für Selbstständige ungleich gefährlich sein. Mit den „neuen“ GoBD Regeln der Finanzverwaltung ist die Unveränderbarkeit getätigter Buchungen vorgeschrieben. Im schlimmsten Fall macht sich ein Unternehmer hierdurch einem Steuerprüfer gegenüber angreifbar – ein K.O.-Kriterium.

MoneyMoney verzichtet auf eine zusätzliche Ansicht oder Manipulationsmöglichkeiten. Was die Bank rausgibt – wie kryptisch es auch sein mag – ist festgeschrieben. Notizen lassen sich über einen Rechtsklick an Buchungen anfügen und werden direkt in der Listenansicht angezeigt.

In MoneyMoney werden Details nach einem Klick auf die fragliche Buchung direkt in der Liste angezeigt.

In MoneyMoney werden Details nach einem Klick auf die fragliche Buchung direkt in der Liste angezeigt. (blau hinterlegt)

Angenehm ist die Funktion per rechtem Mausklick direkt eine Überweisung mit den zu Grunde liegenden Kontodaten anstoßen oder eine entsprechende Überweisungsvorlage erstellen zu können. Damit lässt sich im Alltag viel Zeit sparen und Fehler vermeiden.

Per Rechtsklick direkt aus einer Buchung eine Überweisung machen in MoneyMoney

Per Rechtsklick direkt aus einer Buchung eine Überweisung machen in MoneyMoney

Buchungen kategorisieren, auswerten und visuell darstellen

Beide Banking-Programme für Mac erlauben die Kategorisierung von Buchungen. Das ist sinnvoll, um Kontobewegungen bestimmten Bereichen zuordnen zu können und am Ende einer Periode auszuwerten, wohin das meiste Geld verschwindet oder wo es herkommt.

Kategorien für Kontobewegungen

Hier schlägt die große Stunde von iFinance. Zunächst einmal liefert die Mac App ein paar Basis-Kategorien mit: Versicherungen, Lebensmittel, Kleidung, Gesundheit, Miete und weitere. Damit werden Zahlungen beispielsweise an ALDI automatisch der Kategorie „Lebensmittel“ zugeordnet.

Kategorien anlegen in iFinance

Kategorien anlegen in iFinance

Zusätzlich lassen sich eigene Kategorien erstellen und Buchungen zuordnen. Anhand von Stichworten kann man die Kategorien sogar wahlweise automatisch zuordnen lassen. Optisch sind die Kategorien durch eigene Farben und Icons untereinander abgegrenzt. Das trägt aber wiederum zum bereits erwähnten optischen Overkill bei, hat also auch Nachteile. Die automatische Zuordnung hat nur dann eine Chance, wenn man die selbst erstellten Kategorien mit Stichworten füttert. Da auch das nicht ausreichend erklärt wird, quittiert iFinance dem Programmeinsteiger das sonst mit einer Fehlermeldung.

Nach dem gleichen Prinzip lassen sich in iFinance auch Empfänger bzw. Absender von Zahlungen erfassen und für zukünftige Auswertungen mit Tags versehen. Die Banking-App widmet Kategorien und Kontakten sowie den daraus zu ermittelnden Auswertungen jeweils einen eigenen großen Button im Programmfenster für den schnellen Wechsel dorthin.

MoneyMoney scheint hier auf den ersten Blick vergleichsweise karg ausgestattet; im Auslieferungszustand sind dort keine Kategorien hinterlegt und keine reservierten Bedienelemente im Anzeigebereich zeugen von solchen Funktionen.

Will man eine Buchung mit einer Kategorie versehen, ist das aber trotzdem schnell erledigt. Die Funktion Kategorie zuweisen ist dezent über das Menü, das bereits erwähnte Plus-Symbol oder per Kontextmenü nach Rechtsklick aufrufbar.

Kategorien in MoneyMoney

Kategorien in MoneyMoney

Kategorien in MoneyMoney können neben einer eigenen Farbe und Währung weitere Merkmale erhalten. Es kann ein Budget zugewiesen und ausgewählt werden, ob die Gesamtsumme der Buchungen in dieser Kategorie ähnlich der Kontenliste neben dem Kategorienamen in der Seitenleiste angezeigt werden soll. Lediglich auf eigene Icons wird verzichtet.

Kategorien anlegen in MoneyMoney

Kategorien anlegen in MoneyMoney

Auch MoneyMoney verwendet Stichworte zur automatischen Zuordnung von Kategorien und kann darüber hinaus sogar über boolesche Operatoren (AND, OR), Wildcards oder Wortgruppen sehr feingetunt kategorisieren:

Abfragen wie „Kategorisiere alle Umsätze, deren Zahlungsempfänger die Wortgruppe »Bahn« und »AG« enthält und deren Gegenkonto die IBAN DE40900900424711951501 besitzt, aber die nicht das Wort »Abrechnung« im Verwendungszweck enthalten.“ gehen weit über simples Tagging hinaus.

Hat man eine größere Anzahl an Kategorien in MoneyMoney, sollte man sie allerdings in Gruppen organisieren. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei den Konten per Drag-and-Drop. Ohne Gruppen wird die Zuordnung schnell unübersichtlich.

Ein feines Extra ist, dass man Kategorien auf bestimmte Konten oder Kontengruppen beschränken kann. Auch das hilft der Übersicht.

Auch diesen Punkt holt also MoneyMoney.

Beide Banking Programme für Mac „lernen“ übrigens nicht mit. Wenn man eine Kontobewegung einmal mit einer Kategorie versehen hat, wäre es toll, wenn die Apps beim nächsten Mal entweder dieselbe Zuordnung vornehmen oder zumindest diese vorschlagen würden.

Visualisierung

Beide getesteten Banking Programme für Mac zeigen grafisch aufbereitet Salden für einen ausgewählten Zeitraum an. Damit lassen sich schnell Entwicklungen wahrnehmen. Die Mac Apps gehen allerdings sehr unterschiedlich damit um.

MoneyMoney kann das Programmfenster so teilen, dass oberhalb der Buchungsliste per Konto oder Kategorie ein Torten- oder Balkendiagramm angezeigt wird. Die Darstellung entspricht stets der ausgewählten Sortierung für Zeitraum, Betrag und Konto der Buchungen. Die Grafiken sind übersichtlich und ansprechend.

Die Kontoansicht in MoneyMoney mit eingeblendeter Grafik

Die Kontoansicht in MoneyMoney mit eingeblendeter Grafik

Will man ein Diagramm bestimmter Faktoren sehen, die sich nicht aus einer Buchungsliste ergeben, muss man den Weg über die Kategorien gehen und diese entsprechend konfigurieren. Für einen schnellen Überblick ist das zu umständlich. Eine schriftliche Auswertung ist nicht möglich. Ebenso wenig kann man die erstellten Diagramme ausdrucken oder als PDF speichern.

iFinance bietet dagegen einen separaten Bereich mit Namen „Auswertungen“. Hier lassen sich sowohl grafische Auswertungen in Form von Balken, Torten und auch Kurvendiagrammen auswerten. Die Diagramme sehen nicht ganz so schick aus wie in MoneyMoney, transportieren aber ihre Information. Auch schriftliche Auswertungen in Form tabellarischer Zusammenfassungen lassen sich hier erzeugen.

Es werden dem Anwender ein paar Berichtsvorlagen mitgeliefert für Einnahmen bzw. Ausgaben je Konto, Ausgaben je Kategorie usw. Das ist auch gut so, denn die Erstellung der Reports ist etwas fummelig geraten und nicht unbedingt selbsterklärend.

Reports und Diagramme in iFinance

Reports und Diagramme in iFinance

Die Reports kann man entweder im Programm belassen oder ausdrucken bzw. als PDF archivieren.

Diese Disziplin entscheidet iFinance damit für sich.

Verwaltung mehrerer Konten bei verschiedenen Banken

Diesen Testbereich meistern bei beiden Apps anstandslos. Konten verschiedener Banken existieren in perfekter Harmonie nebeneinander.

Was jeder wissen sollte, bevor er den automatischen Abruf der Kontostände aktiviert: Werden sehr viele verschiedene Konten mit den Apps verwaltet und hat der pflichtbewusste User aus Sicherheitsgründen keine Passwörter in der App gespeichert, kommt nach dem Programmstart erstmal ein Login-Marathon auf ihn zu. Denn die Apps gehen dann alle Konten in der Liste durch und fragen die Zugangsdaten ab.

Die in iFinance praktizierte Trennung von Online-Zugang und Konto rächt sich an dieser Stelle, denn es muss tatsächlich für jedes Unterkonto das Passwort erneut eingegeben werden. Da MoneyMoney den Ansatz verfolgt, alle Unterkonten mit einem Kontozugang abzugleichen, ist das hier wesentlich angenehmer.

Auch der Geldverkehr zwischen den eigenen Konten wird durch MoneyMoney enorm erleichtert. Für Umbuchungen zwischen Unter-Konten bei einer Bank werden automatisch Vorlagen erstellt, manuelle Eingaben sind also überflüssig.

MoneyMoney erstellt automatisch Überweisungsvorlagen für Umbuchungen eigener Konten

MoneyMoney erstellt automatisch Überweisungsvorlagen für Umbuchungen eigener Konten

Hier machen die Kleinigkeiten den Unterschied. Und so holt sich MoneyMoney diesen Punkt.

Überweisungen aus der App heraus tätigen

Sowohl iFinance als auch MoneyMoney erlauben das Erledigen von Überweisungen und Daueraufträgen aus der App heraus, wenn die Bank mitspielt – Stichwort HBCI.

Es wird jeweils ein Dialogfenster eingeblendet, in dem die Überweisungsdaten eingegeben werden können. Über ein Pulldown-Menü lässt sich das zu belastende Konto wählen, die Sicherheitsmechanismen werden je nach Bank angewendet. Überweisungen lassen sich als Vorlagen abspeichern und wieder aufrufen.

Bietet eine Bank das PIN-/TAN-Verfahren, steht also entsprechend ein Eingabefeld für die TAN zur Verfügung.

Beide Banking Programme binden auch Chip-Kartenleser ein, was wir hier allerdings nicht getestet haben.

Für iFinance ist die Funktion im Grunde damit schon beschrieben. Erwähnenswert ist allerdings, dass es im Gegensatz zum Testkontrahenten das Bedrucken von Überweisungsformularen unterstützt.

Überweisungen in iFinance am Mac erledigen

Überweisungen in iFinance am Mac erledigen

Bei MoneyMoney werden im Überweisungsfenster zusätzlich direkt die Vorlagen zur Verwendung angeboten. Außerdem merkt sich MoneyMoney die letzten Zahlungsempfänger.

Überweisungen in MoneyMoney

Überweisungen in MoneyMoney

Das Design des Formulars wirkt übersichtlicher und verbindlicher als das blasse Design in iFinance, was praktische Auswirkungen hat: Es wurde in Anlehnung an ein Überweisungsformular gestaltet und ist sehr gut leserlich. Der Bereich für die TAN-Eingabe und Vorgangsbestätigung ist farblich abgesetzt und aktualisiert sich je nach Übermittlungsstatus.

MoneyMoney gibt ein sicheres Gefühl bei der Durchführung von Online-Überweisungen am Mac

MoneyMoney gibt ein sicheres Gefühl bei der Durchführung von Online-Überweisungen am Mac

Auch wenn das möglicherweise sehr subjektive Eindrücke sind – eine Null zu viel oder wenig kann schmerzhaft sein. Die Eingabe und Überprüfung sollte daher einwandfrei für den Anwender lesbar und nachvollziehbar sein. MoneyMoney macht das vorbildlich.

Darüber hinaus kann man mehrere Aufträge als Sammelüberweisung ausgeben und gebündelt an die Bank übermitteln.

Das Killerfeature für Unternehmer schlechthin ist allerdings die Unterstützung für das SEPA-Lastschriftverfahren. Über einen In-App Kauf kann man in MoneyMoney das Lastschrift-Modul freischalten und nach Zertifizierung durch die eigene Bank Beträge von anderen Konten einziehen – Einzugsermächtigung durch den Kontoinhaber selbstverständlich vorausgesetzt. Das ist ein unschlagbares Kaufargument für Selbstständige mit entsprechendem Bedarf. Dem hat iFinance nichts entgegen zu setzen.

SEPA-Lastschrift am Mac mit MoneyMoney (nicht getestet)

SEPA-Lastschrift am Mac mit MoneyMoney (nicht getestet)

MoneyMoney beherrscht definitiv ein paar Kunststückchen mehr als iFinance und nimmt den Punkt Überweisungen souverän mit.

Trennung zwischen Privat und Geschäft in Banking Apps für Mac

Auch wenn es vernünftiger wäre, den privaten Bereich und den geschäftlichen Bereich strikt durch Verwendung eines separaten Macs zu vollziehen, dürfte im Regelfall eher eine weichere Trennung stattfinden. Umso interessanter die Frage, wie unsere beiden getesteten Banking Programme für Mac mit dem Thema umgehen.

MoneyMoney schwächelt hier. Zwar lassen sich getrennte Kontengruppen für private und geschäftliche Konten anlegen und bedarfsweise zuklappen. Allerdings ist selbst dann immer noch der Saldo der gesamten Gruppe in der Seitenleiste sichtbar – Privatsphäre sieht anders aus.

iFinance löst das geschickter. Hier sind mehrere Datenbanken getrennt voneinander auf derselben Maschine verwaltbar. Das Schließen des Programmfensters bringt einen entsprechenden Dialog zum Vorschein. Die einzelnen Datenbanken sind – wie bei MoneyMoney auch – wahlweise mit einem Passwort zu sichern. Damit lassen sich an einem Mac komfortabel private von geschäftlichen oder auch die Konten von Ehemann und Ehefrau usw. sauber trennen.

Verschiedene Datenbanken erlauben saubere die Trennung von Privat und Geschäft mit iFinance. Banking Programme für Mac im Test.

Verschiedene Datenbanken erlauben saubere die Trennung von Privat und Geschäft mit iFinance. Banking Programme für Mac im Test.

Diesen Punkt holt sich klar iFinance.

Zusammenspiel Banking Programme für Mac mit anderen Programmen

Schön, dass man sieht, was sich auf der Bank so tut. Aber was bedeutet das für den Freelancer oder Unternehmer? Muss dieser jetzt jede Kontobewegung manuell nochmal in seine Buchhaltung eingeben?

Die Antwort lautet jain für iFinance und nein für MoneyMoney.

iFinance erlaubt zwar einen CSV-Export, das war es aber auch. Ob damit ein Abgleich zur Buchhaltung gelingt, ist fraglich aber nicht ganz unmöglich.

Export-Optionen in iFinance

Export-Optionen in iFinance

Eleganter erledigt das MoneyMoney, zumindest für Besitzer ausgewählter Software. Da ist zunächst das Rechnungsprogramm GrandTotal, ein Bendetta.biz Testsieger (Testbericht ansehen hier). Über das Kontextmenü wird aus der Kontenansicht direkt der Abgleich angestoßen und passende Buchungen an GrandTotal übergeben. Dort lassen sich dann Zahlungseingänge ausstehenden Rechnungen zuordnen.

MoneyMoney arbeitet mit Rechnungsprogrammen für Mac und Buchhaltungssoftware zusammen

MoneyMoney arbeitet mit Rechnungsprogrammen für Mac und Buchhaltungssoftware zusammen

Manchmal erfordert das zwei Anläufe und Schnellklicker müssen aufpassen, nicht versehentlich eine Buchung falsch zuzuordnen. Aber nach einer kurzen Eingewöhnung hat man den Bogen raus und erfreut sich am Komfort. Auch Teilzahlungen erkennt GrandTotal und weist die Rechnungen entsprechend als teilweise bezahlt aus.

MoneyMoney übergibt Umsätze an das Rechnungsprogramm GrandTotal für Mac

MoneyMoney übergibt Umsätze an das Rechnungsprogramm GrandTotal für Mac

Etwas weiter geht die Zusammenarbeit mit vollständigen Buchhaltungen wie Umsatz Pro und Keep. Dort lassen sich natürlich auch Ausgaben erfassen. Das haben wir im Detail allerdings nicht mehr getestet.

Darüber hinaus beherrscht MoneyMoney noch weitere Export-Formate wie XLS und Numbers oder auch MT940, was das Zusammenspiel mit anderen Apps erleichtern dürfte.

MoneyMoney macht also den Punkt bei Kompatibilität.

Sonstige Funktionen der Banking-Programme für Mac

Was uns sonst noch bei den Banking-Programmen für macOS aufgefallen ist:

iFinance

  • iFinance hat eine iOS-Version (9,99 EUR), die mit der Mac-App synchronisieren kann. Das scheint ideal für Barausgaben unterwegs geeignet zu sein, haben wir aber nicht testen können.
  • Nette Zusatzfeatures sind Haushaltspläne und Aktienkurse, die man sich in iFinance anzeigen lassen kann. Damit lassen sich auch manuell Depots pflegen, allerdings nur virtuell ohne reale Order-Möglichkeiten.
iFinance bietet Haushaltsbudgets für den privaten Haushalt

iFinance bietet Haushaltsbudgets für den privaten Haushalt

  • Schockiert hat uns jedoch die ungenierte Einblendung von Werbung in iFinance. Während des Testzeitraums in der Vorweihnachtszeit kam es zweimal vor, dass ein bildschirmfüllendes Werbebanner für Produkte des Herstellers angezeigt wurde. Für eine Mac Desktop-App ist das absolut inakzeptabel, zumal man fast 40 € dafür bezahlt.
Penetrante Werbung in der Mac Desktop App von iFinance – das geht gar nicht!

Penetrante Werbung in der Mac Desktop App von iFinance – das geht gar nicht!

MoneyMoney

  • In MoneyMoney werden auch PDF-Kontoauszüge automatisch mit den Umsätzen heruntergeladen und in einem separaten Bereich archiviert. Wer zu den Menschen gehört, die einen Download-Ordner voller unsortierter Bankauszüge haben, wird diese Funktion überaus wertvoll finden.
Automatischer Abruf der PDF-Kontoauszüge auch für Banken ohne HBCI in MoneyMoney am Mac

Automatischer Abruf der PDF-Kontoauszüge auch für Banken ohne HBCI in MoneyMoney am Mac

Archivierung der PDF-Kontoauszüge in MoneyMoney am Mac

Archivierung der PDF-Kontoauszüge in MoneyMoney am Mac

  • Eine Menüleisten-Erweiterung vereinfacht die Übersicht bzw. den Zugriff auf die Konten. Sie wird nicht automatisch aktiviert.

Fazit und Kaufempfehlung Banking-Programme für Mac

Beide Banking Programme für Mac, iFinance für 39,99 EUR und MoneyMoney für 24,99 EUR, bieten umfangreiche Banking-Funktionalität für ihr Geld.

MoneyMoney punktet in allen wichtigen Bereichen, weil es entweder die Dinge etwas eleganter erledigt oder das gewisse Extra bietet, ohne das man schnell nicht mehr leben möchte.

iFinance will mehr sein als eine Banking-App. Der Spagat zwischen Kassenbuch, persönlichem Finanzmanager und Banking geht zu Lasten der Bedienung. Sofern die benötigte Bank unterstützt wird, kann iFinance dem Privatmenschen mit Kategorie-Vorlagen, dem Haushaltsbuch und den bunten, druckbaren Auswertungen sicher auch gute Dienste leisten. Allerdings muss man bereit sein, sich mit dem mäßigen Bedienkonzept auseinander zu setzen und einen höheren Preis zu bezahlen.

MoneyMoney macht Banking in Reinform und leistet sich kaum echte Schwächen. Von den vielen unterstützten Banken über das schlüssige Bedienkonzept bis hin zu sinnvollen Zusatzfeatures bekommt der Anwender zum beinahe halben Preis das Rundum-Sorglos-Paket.

Wer jetzt mit einem Kontowechsel zu einer der letzten Banken mit gratis Girokonto liebäugelt und noch keine Banking App für Mac hat, sollte direkt zu MoneyMoney greifen.

Für Selbstständige, Unternehmer oder anspruchsvolle Privatleute führt am Mac kein Weg an MoneyMoney vorbei. Spätestens mit dem SEPA-Lastschrift-Modul wird es zur universellen Finanzschnittstelle, die auch mit dem Rechnungsprogramm oder der Buchhaltung kommuniziert.

MoneyMoney ist das iTunes für’s Banking: Es fährt souverän den Testsieg ein und verdient sich damit unsere Kaufempfehlung.

Wichtige Links zum Artikel Banking Programme für Mac im Test

MoneyMoney im Mac App Store


iFinance 4 im Mac App Store

iFinance 4 für iOS im App Store


Testbericht Rechnungsprogramme hier


* = [Edit am 17.01.2017 um 18:10] In einer früheren Version dieses Artikels stand irrtümlich, MoneyMoney könne keine Barkonten verwalten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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Kommentare (2)

  • Avatar

    Billy

    |

    MoneyMoney hat absolut Charme, aber eine Sache nervt gewaltig: wenn man mit Splitbuchungen arbeitet, wird die Transaktion verändert (auseinandergerissen)! Löscht man dann eine der beiden Splitbuchungen ist dieser Betrag dauerhaft verschwunden und man muss die andere Splitbuchung manuell um den gelöschten Betrag erhöhen.

    Man kann sich also leider auch so in MoneyMoney die Bankbuchungen manipulieren!

    Dies gehört in meinen Augen noch korrigiert.

    Und die hochgelobte Schrift für die Beträge in € ist jetzt auch nicht ganz mein Fall.

    Ähnlich gut, dafür mit weniger grafischen Auswertungsmöglichkeiten ist noch Banking 4X!

    Den Lexware Finanzmanager gibt es leider nur für Windows…

    Antworten

  • Avatar

    Andreas Kosmowicz

    |

    Großartiger Bericht. Ich kenne iFinance nun leider nicht, dafür nutze ich MoneyMoney nun schon seit 2013 oder 2014 und bin überzeugt!

    Ziemlich alles, was Sie geschrieben haben ist zutreffend.
    Eine Ergänzung habe ich aber noch:

    Man kann hier durchaus auch eine Barkasse (z.B. Geschäftlich, wenn es nicht zu viele Transaktionen sind verwalten, bzw. im Überblick behalten), ebenso wie PayPal.

    Dazu muss man nur ein „Bargeld-Konto bzw. Offline-Konto“ erstellen und kann seine Transaktionen dort eintragen.

    Ich nutze dann die Transaktionsübersicht (PDF-Export), um meine Belege etc. an meine Buchhaltung zu übergeben. Das klappt hervorragend.

    Auch die Anmerkungs- / Notizfunktion reicht vollkommen aus, um sich z.B. den Beleg zur Buchung zu notieren, oder andere Infos, welche nicht gleich einer Kategorie würdig sind.

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